Innovativ und sehr vielversprechend: das neue Ausbildungsprogramm der MGG

Gesprächspartner: Rolf Poppenborg

Das Interview mit Rolf Poppenborg, Geschäftsführer der MGG Kraftwerksanlagen Service GmbH in Nordhorn, gibt Aufschluss darüber, wie erfolgreiche Investition in Mitarbeiter aussieht.

Mitarbeiter sind das größte „Kapital“, das ein Unternehmen hat – genau hier setzen Sie an und investieren in jeden Einzelnen?

Das ist genau richtig. Wir, als Unternehmen, müssen in unsere Mitarbeiter investieren, ihnen gute Rahmenbedingungen schaffen und sie mitnehmen. Eine erfolgreiche Unternehmung ist die Addition der einzelnen Fähigkeiten.

Können Sie uns kurz die Vorteile des neuen Ausbildungsprogramms der MGG beschreiben?

Mithilfe einer Skill-Matrix wird zusammen mit dem einzelnen Mitarbeiter bewertet, auf welcher Entwicklungsstufe er aktuell steht und was wir zusammen machen können, um diese Stufe zu stabilisieren oder die nächste Stufe zu erreichen. Nicht jeder Mitarbeiter muss die höchste Stufe erreichen. Wichtig ist, dass er sich sicher in seinem eingesetzten Bereich bewegt. Der Vorteil ist, dass wir uns zusammen mit dem Mitarbeiter in die Ausbildung begeben und gezielt für den Einzelnen ein Programm festlegen und jährlich die Fortschritte bewerten. Hierbei kommt es nicht nur auf fachliche Aspekte an, sondern auf folgende Kompetenzfelder: Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Personalkompetenz und Sozialkompetenz.

Welche Entwicklungsstufen gibt es für Ihre Mitarbeiter?

Bei der MGG gibt es vier Entwicklungsstufen, die ein Mitarbeiter erreichen kann. Im Wesentlichen basieren alle Stufen auf einer stabilen technischen Grundlage, speziell für die Branche Müllverbrennung. Hinzu kommt die wachsende Führungsverantwortung und Selbstständigkeit bei der Planung, Umsetzung und Kommunikation innerhalb der Projekte.

Nach welchen Kriterien erfolgt die Bewertung?

Neben den Kompetenzfeldern haben wir ein Ausbildungsprogramm entworfen. Beides zusammen wird in der Skill-Matrix zur Bewertung zusammengeführt. Im Kompetenzrad sehen wir dann zusammen die Entwicklungsfelder, die Unterteilung erfolgt nach Kenner, Könner und Experte.

Welche Rolle spielen dabei wirtschaftliche Aspekte?

Wirtschaftliche Aspekte spielen eine große Rolle. Wir alle müssen immer die Zahlen und den Markt im Hintergrund verstehen. Deshalb legen wir bewusst die nicht baustellenbezogene Ausbildung in die Wintermonate, entgegengesetzt zu unserer Auslastung. Da arbeiten wir dann innerhalb unseres Netzwerkes mit der Handwerkskammer, der Fachhochschule Lingen und Lieferanten zusammen, um praxisnah und interessant auszubilden.

Welches Feedback gibt es von Ihren Mitarbeitern auf dieses neue Programm?

Harald Konjer, Bauleiter:

„Das MGG-Ausbildungskonzept zeichnet für jeden Mitarbeiter klar den Weg, über welche Stufen er sich in unserem Unternehmen entwickeln kann. Das Angebot ist breit und umfassend angelegt. Es deckt sowohl fachliche Themen aus Theorie und Praxis ab als auch Aspekte zum Führungsstil und zu der Leitung von Projekten. Der Anspruch ist, das Programm durch einen stetigen Abgleich von Baustellenrealität und theoretischen Grundlagen anzupassen und zu verbessern. Als MGG-Mitarbeiter tritt man so nicht nur als „Auftragnehmer“ auf, sondern man wird Partner und Berater für den Kunden. Das sorgt für Zufriedenheit auf beiden Seiten – bei dem MGG-Mitarbeiter und dem Kunden.“

Dominik Müller, Leiter Einkauf:

„Ich finde das neue Ausbildungsprogramm der MGG ein gelungenes Konzept, um neue Mitarbeiter durch die einzelnen Bausteine der Matrix an unsere Aufgaben und Anforderungen heranzuführen und auszubilden. Das kann auch ein großer Anreiz für Quereinsteiger sein, was uns bei der derzeitigen Lage am Arbeitsmarkt sehr entgegen kommt, um neues Personal zu akquirieren. Ich sehe es aber auch für unsere derzeitigen Bauleiter und Obermonteure als gute Möglichkeit, um sich Wissen zu festigen und natürlich zu erweitern. Ein fundiertes Wissen gibt Sicherheit, Souveränität und somit Stabilität im Projekt!

Die Kunden freuen sich natürlich auch, weil das letztendlich eine noch höhere Qualifikation bedeutet, richtig?

Es gewinnen alle Seiten. Wir tragen unser Know-how in die Breite unserer Belegschaft und schaffen somit mehr Stabilität. Dem Kunden steht ein breiterer Pool an Bauleitern und Obermonteuren zur Verfügung mit nahezu gleichen Fähigkeiten und Kenntnissen. Die Mitarbeiter bringen ihre Fragen von den Baustellen mit und wir können diese direkt in das Ausbildungsprogramm integrieren. Ausbildung hört nie auf und sollte deshalb interessant und motivierend aufgebaut sein.

Flaggen wehen bei der MGG Service AG in Nordhorn
Harald Konjer, Bauleiter bei der MGG Service AG
Dominik Müller, Leiter Einkauf bei der MGG Service AG